Die meisten Unternehmen, die mich auf Firmenfitness ansprechen, haben bereits etwas: einen Zuschuss zum Fitnessstudio oder eine Mitgliedschaft bei einem der großen Verbundanbieter. Und fast alle berichten dasselbe. Es nutzen genau die Kolleginnen und Kollegen, die vorher schon trainiert haben. Diejenigen, für die das Angebot eigentlich gedacht war, tauchen dort nie auf. In diesem Beitrag geht es darum, woran das liegt und wie Firmenfitness aussieht, wenn sie tatsächlich im Betrieb stattfindet.
Warum der Zuschuss zum Studio oft ins Leere läuft
Ein Zuschuss nimmt eine Hürde weg, nämlich die Kosten. Nur ist das selten die Hürde, an der es scheitert.
Wer nach acht Stunden im Büro noch in ein Studio fahren, sich umziehen, trainieren, duschen und zurückfahren soll, braucht dafür zwei Stunden. Dazu kommt bei vielen die Unsicherheit, was man dort überhaupt machen soll. Wer noch nie an Geräten trainiert hat, geht nicht allein hin, egal wie günstig es ist. Das ist keine Frage der Motivation, sondern eine Frage der Einstiegshürde.
Deshalb landet ein Zuschussmodell so häufig bei den ohnehin Aktiven. Es ist ein schöner Vorteil für die Belegschaft, aber es verändert wenig an der Gesundheit im Betrieb.
Was stattdessen funktioniert
Wenn das Training in den Betrieb kommt, fallen die drei größten Hürden weg: Anfahrt, Zeitaufwand und Unsicherheit. Dafür braucht es keine Halle und kein Studio.
- Ein fester Termin in der Woche: Immer am gleichen Tag zur gleichen Zeit, üblicherweise in der Mittagspause oder direkt nach Feierabend. Feste Termine werden wahrgenommen, offene Angebote nicht.
- Kurze Einheiten: Dreißig bis fünfundvierzig Minuten reichen völlig, wenn die Zeit sinnvoll genutzt wird. Alles darüber kostet Zustimmung im Betrieb und bringt kaum mehr Ergebnis.
- Kleine Gruppen: Bei mehr als acht Personen kann ich nicht mehr auf die Ausführung achten, und genau darauf kommt es bei Menschen an, die vorher nicht trainiert haben.
- Wenig Material: Ein Besprechungsraum, in dem die Tische an die Seite gehen, reicht aus. Widerstandsbänder, Matten und das eigene Körpergewicht decken fast alles ab.
In Wiesbaden und Mainz kommt bei gutem Wetter noch etwas dazu, das viele unterschätzen: Man kann rausgehen. Kurpark, Nerotal, die Rheinpromenade in Biebrich, all das liegt oft nur wenige Minuten von den Büros entfernt. Eine Einheit im Freien hat auf die Stimmung im Team einen anderen Effekt als der gleiche Ablauf im Konferenzraum.
Wie so etwas anfängt
Ich starte mit einem Termin vor Ort, und zwar bevor irgendetwas geplant wird. Dabei geht es um drei Fragen: Welche Beschwerden gibt es tatsächlich, wie sehen die Arbeitsplätze aus, und wann kann realistisch trainiert werden.
Der Unterschied ist größer, als man denkt. In einem Büro mit überwiegend sitzender Arbeit sind Nacken, Schultern und Hüftbeuger das Thema. In einem Betrieb mit Montage oder Lager sieht das völlig anders aus, dort geht es um Rücken, Hebetechnik und einseitige Belastung. Ein Programm, das beides gleich behandelt, hilft niemandem richtig.
Danach steht ein Vorschlag, der zum Ablauf im Haus passt, und meist eine Probeeinheit. Nach dieser Einheit weiß die Belegschaft, worauf sie sich einlässt, und die Geschäftsführung sieht, wie viele mitmachen. Das ist eine ehrlichere Grundlage für eine Entscheidung als jedes Angebotsschreiben.
Die steuerliche Seite, kurz gefasst
Zwei Wege werden in der Praxis genutzt, und sie schließen sich nicht aus.
Der erste Weg ist der Sachbezug. Wichtig dabei: Es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Wird sie zusammen mit anderen Sachbezügen überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.
Der zweite Weg ist die betriebliche Gesundheitsförderung nach Paragraf 3 Nummer 34 des Einkommensteuergesetzes. Er ist allerdings an eine Bedingung geknüpft: Die Maßnahme muss nach Paragraf 20 SGB V zertifiziert sein. Reine Fitnessangebote erfüllen das häufig nicht.
Ob eine konkrete Maßnahme unter den einen oder anderen Weg fällt, entscheidet der Einzelfall. Das ist eine Frage für Ihre Steuerberatung, nicht für den Trainer.
Häufige Fragen zur Firmenfitness
- Was ist Firmenfitness? Gemeint ist jedes Sportangebot, das ein Arbeitgeber für seine Belegschaft bezahlt oder bezuschusst. Das reicht vom Zuschuss zum Studio über Verbundanbieter bis zum Training, das direkt im Betrieb stattfindet.
- Ist Firmenfitness ein geldwerter Vorteil? In der Regel ja. Deshalb ist die Frage nach der steuerfreien Gestaltung überhaupt relevant, üblicherweise über die monatliche Sachbezugsfreigrenze oder über die betriebliche Gesundheitsförderung.
- Was kostet Firmenfitness den Arbeitgeber? Das hängt vom Modell ab. Bei Zuschussmodellen richtet sich der Betrag meist an der Freigrenze aus. Bei Training im Betrieb zahlt das Unternehmen die Einheit und nicht den einzelnen Teilnehmer, dadurch sinkt der Aufwand je Person mit der Gruppengröße.
- Wie viele Mitarbeiter braucht es? Ab etwa vier Personen wird eine feste Einheit sinnvoll. Nach oben setze ich die Grenze bei acht, weil ich sonst die Ausführung nicht mehr im Blick habe.
- Muss jeder mitmachen? Nein, und es funktioniert auch besser, wenn nicht. Freiwilligkeit sorgt dafür, dass die Gruppe aus Leuten besteht, die wirklich da sein wollen. Erfahrungsgemäß kommen einige nach ein paar Wochen dazu, wenn sie von Kollegen hören, dass es zu schaffen ist.
Wenn Sie das für Ihren Betrieb prüfen möchten
Der erste Schritt ist kein Angebot, sondern ein Gespräch vor Ort. Ich sehe mir an, wie gearbeitet wird, wo die Beschwerden liegen und wann Zeit dafür ist. Danach wissen Sie, ob sich der Aufwand lohnt, und ich weiß, ob ich der Richtige dafür bin.
Gespräch vereinbaren
Ich arbeite in Wiesbaden, Mainz und im Rhein-Main-Gebiet und komme für ein erstes Gespräch gerne in Ihr Haus.
Viele Grüße,
Raik Schmidt, Personal- und Ernährungsberater in Wiesbaden








